Sehenswerte Ausstellung zeigt „Akt und Landschaft“

 

Sehenswerte Ausstellung zeigt „Akt und Landschaft“

 

Die Berliner Künstlerin Gudrun Kühne (links) und die Kunsthistorikerin Astrid Volpert neben der Sandsteinskulptur „Fräulein Schmidt“, welche 2011 entstanden und in Templin erstmals in einer Ausstellung zu sehen ist. Man sollte übrigens genau hinsehen: Die Eva-Figur hält hinter ihrem Rücken in der Hand einen Apfel versteckt. FOTOS (2): Uwe Werner

Templin (uw)  

Eine außerordentlich sehenswerte Ausstellung der Berliner Malerin, Grafikerin und Bildhauerin Gudrun Kühne wird seit Sonnabend in der Galerie im neuen Rathaus in der Prenzlauer Allee 7 in Templin präsentiert. Unter dem Titel „Akt und Landschaft“ zeigt die in Kooperation mit dem Kunstverein Templin e. V. entstandene Exposition eine Auswahl von Skulpturen aus Sandstein und Bronze, Zeichnungen und Malereien, die in den letzten 20 Jahren entstanden sind.
Über die Arbeit ihrer „besten Freundin und lieben Kollegin“ schrieb Dorit Bearach, selbst diplomierte Malerin und Grafikerin aus Berlin, unter anderem bewundernd und treffend: „Es ist Herbst, noch einmal ein warmer Tag, noch einmal Gold und das Blau vom Himmel… Im Wald hört man nur noch selten einen Vogel… geblendet vom nassen Laub, die blinzelnde Spur der Schnecken auf frischgrünem Moos… Nimm doch einen Stock, dann kleben dir die Spinnweben nicht ins Gesicht… Knick und Knack unter den Füßen… Es hallt im Wald, wenn wir nach Pilzen, Steinen, Blicken und neuen frischen Düften Ausschau halten…“ – Und all dies könne Gudrun Kühne einfangen: „mit einem Federstrich, einem Grün-, und Rosapinselstreicheln, einem heftigen Kohlestrich…“
Kunstfreunde, die dies selbst einmal überprüfen und sich zu den ausgestellten Werken ihre eigenen Gedanken machen möchten, haben dazu noch bis zum 22. November Gelegenheit. Bereits zur Vernissage am Sonnabendnachmittag konnte sich die Künstlerin über viele begeisterte Besucher, darunter zahlreiche Freunde und Kollegen, und großes Interesse an ihren Arbeiten freuen.
Die in Berlin und Templin lebende Kunsthistorikerin Astrid Volpert gab in ihrer Laudatio der Hoffnung Ausdruck, dass die in den Fluren des Behördengebäudes ausgestellten Arbeiten den Wartenden vor den Amtstüren die Zeit verkürzen und die Mitarbeiter der Stadtverwaltung öfter mal ihre Büros verlassen, um die Werke zu betrachten.
Der Reiz vieler Arbeiten von Gudrun Kühne besteht nach ihren Worten darin, dass sie „Intimes, Individuelles und Verborgenes öffentlich aufscheinen lassen“. Zudem zeigt sich die Künstlerin offen für Experimente: Einige Bilder aus der Türkei, die auch in Templin zu sehen sind, hat sie nach eigenen Worten „mit Farben gemalt, die ich aus türkischer Erde angemischt habe“.
Gudrun Kühne wurde 1952 in Jena geboren und lebt seit 1960 in Berlin. Von 1973 bis 1978 studierte sie an der Akademie für bildende Kunst in Dresden und erhielt als Abschluss ein Diplom für Malerei und Grafik. Dem folgte in den Jahren 1978 und 1979 ein weiteres Studium an der Kunsthochschule in Polen. Seit 1979 arbeitet Gudrun Kühne als Mitglied des VBK Berlin freischaffend als Malerin und Grafikerin und zeigte ihre Arbeiten bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland einer breiten Öffentlichkeit.

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