Diese Miete übersteigt unsere Möglichkeiten.

Templiner Zeitung 7.Januar 2012 / Kunst von Redaktion
„Diese Miete übersteigt unsere Möglichkeiten“
Von unserem Redaktionsmitglied
Michaela Kumkar

Der Kunstverein Templin betreibt auch die kleine Galerie „Am Eulenturm“. Im Frühjahr des vergangenen Jahres gab es Blumen für Galeristin Barbara Kuschnerus, die bis dahin die Vorbereitungen der Ausstellungen betreut hatte. FOTO: Sigrid Werner

Der Kunstverein Templin bittet um öffentliche Unterstützung: Was er im nächsten Jahr für die von ihm genutzten Räume im Haus der Jugend und Kunst berappen soll, sei unangemessen mit Blick auf die ehrenamtliche Arbeit, die er für die Stadt leiste, heißt es in einem offenen Brief.

Templin. 750 000 Euro soll die Modernisierung des Hauses der Jugend und Kunst kosten. Der Kunstverein Templin, der dort seine Kunstschule etabliert hat, ist vorübergehend in die ehemalige Lindenschule gezogen. Im nächsten Jahr soll er zurückziehen – wieder als Mieter. Die Stadt wird in dem Gebäude das Jugendhaus „Villa“ unterbringen. Räumliche Nutzung und gemeinsame Programme sind abgestimmt. Zusätzliche Synergien werden vom Museum für Stadtgeschichte in unmittelbarer Nachbarschaft erwartet, der Uckermark Kurier berichtete.

Die Vorfreude beim Kunstverein auf einen Kulturstandort, „an dem sich Angebote konzentrieren und gegenseitig befruchten“, scheint aber leicht getrübt, wie aus einem offenen Brief hervorgeht. Den haben der Templiner Bürgermeister und die Stadtverordneten erhalten. Gleichermaßen wendet sich der Verein auch an die Templiner. „Ohne unser Zutun wäre das Haus wahrscheinlich schon leer und würde einen Käufer suchen. Statt Anerkennung für unseren Einsatz zu erhalten, stehen wir nun vor hohen Geldforderungen seitens der Stadtverwaltung. Unsere Räume sollen uns nach dem Wiedereinzug über 10000 Euro kosten. Bisher zahlen wir nur die Betriebskosten von 2800 Euro im Jahr und keine Kaltmiete. Für unsere Kunstschularbeit erhalten wir für Personal- und Betriebskosten jährlich 5000 Euro von der Stadt Templin“, heißt es in dem Brief unter anderem. Der Kunstverein bittet jetzt um öffentliche Unterstützung, die Stadtverwaltung davon zu überzeugen, dass er weiterhin nur die Betriebskosten und keine Miete aufbringen muss. „Wir sind bereit, ab 2013 im neuen Haus der Jugend und Kunst eine höhere (Betriebskosten)-Miete zu zahlen, jedoch darf die Summe nicht unsere finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Gerne geben wir alles, was wir von der Stadt bekommen, weiter, aber alles darüber hinaus führt in unsere sichere Pleite.“

Mal- und Zeichenkurs von Barbara Bremer an der Kunstschule Templin FOTO: Rainer Langguth

Aus Sicht des Vereins wäre ein finanzielles Entgegenkommen der Stadt mehr als gerechtfertigt: „Unsere Arbeit ist unschätzbar und wird nur durch viel ehrenamtliches Engagement geschafft. Kunstarchiv, Kunstschule und die Galerien sind unserer Meinung nach öffentliche Aufgaben und für Templin durch uns fast kostenfrei realisiert. Wir brauchen aber einen Standort für die Galerieund Kunstschularbeit, dessen Finanzierung gesichert ist.“

Langfristig sei dies nur unter einer Bedingung möglich: „Die Räume des Kunstvereins müssen durch die Stadt finanziert werden.“ Eine Möglichkeit wäre, dass die Stadt den Verein in der entsprechenden Höhe der Kosten fördert oder aber sie stellt für die Nutzung der Räume keine Miete in Rechnung. „Nur so können wir unser breites Angebot aufrecht erhalten. Anderenfalls werden die Kosten all unser Engagement verhindern und den Kunstverein in finanzielle Not bringen“, befürchten dessen Mitglieder Konsequenzen. In dem offenen Brief wird außerdem die Frage aufgeworfen, ob denn die Arbeit des Vereins weniger wichtig als die des Jugendhauses „Villa“ sei, für das die Stadt Räume und Personal stelle.

 

Leider hat Frau Heise vergessen , dass zu den 2,05 € noch 3,00 €  Betriebskosten dazu kommen und damit die Warmmiete über 5 Euro ansteigt.

 

 

 

 

 

 

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