Von unserem Redaktionsmitglied Sigrid Werner Nächstes Jahr im Oktober könnten Jugendhaus und Kunstverein die sanierte Stadtvilla an der Stadtmauer beziehen. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Templin.Es ist schon relativ selten, dass sich Kommunen bei freiwilligen Aufgaben weit aus dem Fenster lehnen und Jugendarbeit und Kunst mitfinanzieren. Dass eine Stadt aber ein ganzes Haus der Jugend und Kunst von Grund auf saniert und ganz nach den Wünschen seiner künftigen Nutzer gestaltet, ist vermutlich eine Ausnahme. Die Stadt Templin ist willens, genau das zu tun. In dieser Woche holte Bürgermeister Detlef Tabbert alle Beteiligten an einen Tisch. Bauplaner Martin Bochmann, Marko Koch und Heidrun Schulz von der Stadtverwaltung sowie die Planer Norbert Jung und Lothar Marquardt saßen gemeinsam mit den Vertretern des Jugendhauses „Villa“ und dessen Fördervereins sowie des Kunstvereins über den Grundrissen der ehemaligen Kranzschen Villa und versuchten, moderne Ansprüche an ein Haus der Jugend und der Kunst mit heutigen bautechnischen Anforderungen unddenkmalpflegerischen Aspekten in Einklang zu bringen. Dürfen tatsächlich öffentliche Discoveranstaltungen im Keller stattfinden? Wo hat der Keramikkurs nicht nur ausreichend Platz, sondern auch Licht. Wie kommen die zerbrechlichen Kunstwerke vom Kursraum an jenen Ort, wo der zentnerschwere Brennofen steht? Können bildende Künstler überhaupt arbeiten, wenn nebenan im Band-Probenraum auf die Pauke gehauen wird? Wie viel Dämmung muss sein und wie viel Dämmung verträgt die Stadtkasse? „Das Budget für den Umbau ist klar umrissen. Überschreitungen darf es nicht geben“, stellte der Bürgermeister klar. 700 000 Euro seien dafür im Stadthaushalt reserviert. 85 Prozent davon kommen aus Städtebaufördermitteln. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich bewusst entschieden, 2012 und 2013 alle Kräfte auf diese Investitionsmaßnahme zu konzentrieren. Und so suchten Tamara Gericke und Christian Hartphiel für das Jugendhaus sowie Michael Heber und Barbara Brämer für den Kunstverein gemeinsam mit den Planern nach Lösungsmöglichkeiten, damit alle Wünsche nach Kurs-, Ausstellungs-, Grafik- und Büroräumen für den Kunstverein sowie Tonstudio, Billard- und Medien-, Kreativ- und Projekträumen, Küche, Musikcafé und Discoraum für das Jugendhaus erfüllt werden können. Martin Bochmann schlug vor, auf einen Fahrstuhl zu verzichten und stattdessen kostengünstigere Plattform-Lifte einzubauen. Am 19. Oktober sollen die Planungen abgeschlossen sein. Inzwischen könne bereits die Entkernung beginnen. Noch in diesem Jahr wolle man Arbeiten an Dach, Fenstern und Türen sowie Trockenlegung realisieren. Ende September 2013 sei die Übergabe des sanierten Hauses an die Nutzer geplant. Tamara Gericke zeigte sich optimistisch, Jugendliche aus der „Villa“ für eine Mitarbeit beim Abreißen der Tapeten zu gewinnen. Der Kunstverein würde seine Kompetenzen bei der Erstellung eines Farbkonzeptes einbringen, stellte Michael Heber in Aussicht.

Künftige Nutzer bringen ihre Wünsche an die Planer

Michael Heber, Martin Bochmann und Marko Koch über den Grundrissen. FOTO: Sigrid Werner
Michael Heber, Martin Bochmann und Marko Koch über den Grundrissen. FOTO: Sigrid Werner

Templiner Zeitung vom 21.9.2012, Sigrid Werner

Nächstes Jahr im Oktober könnten Jugendhaus und Kunstverein die sanierte Stadtvilla an der Stadtmauer beziehen. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Templin. Es ist schon relativ selten, dass sich Kommunen bei freiwilligen Aufgaben weit aus dem Fenster lehnen und Jugendarbeit und Kunst mitfinanzieren. Dass eine Stadt aber ein ganzes Haus der Jugend und Kunst von Grund auf saniert und ganz nach den Wünschen seiner künftigen Nutzer gestaltet, ist vermutlich eine Ausnahme. Die Stadt Templin ist willens, genau das zu tun.
In dieser Woche holte Bürgermeister Detlef Tabbert alle Beteiligten an einen Tisch. Bauplaner Martin Bochmann, Marko Koch und Heidrun Schulz von der Stadtverwaltung sowie die Planer Norbert Jung und Lothar Marquardt saßen gemeinsam mit den Vertretern des Jugendhauses „Villa“ und dessen Fördervereins sowie des Kunstvereins über den Grundrissen der ehemaligen Kranzschen Villa und versuchten, moderne Ansprüche an ein Haus der Jugend und der Kunst mit heutigen bautechnischen Anforderungen unddenkmalpflegerischen Aspekten in Einklang zu bringen. Dürfen tatsächlich öffentliche Discoveranstaltungen im Keller stattfinden? Wo hat der Keramikkurs nicht nur ausreichend Platz, sondern auch Licht. Wie kommen die zerbrechlichen Kunstwerke vom Kursraum an jenen Ort, wo der zentnerschwere Brennofen steht? Können bildende Künstler überhaupt arbeiten, wenn nebenan im Band-Probenraum auf die Pauke gehauen wird? Wie viel Dämmung muss sein und wie viel Dämmung verträgt die Stadtkasse? „Das Budget für den Umbau ist klar umrissen. Überschreitungen darf es nicht geben“, stellte der Bürgermeister klar. 700 000 Euro seien dafür im Stadthaushalt reserviert. 85 Prozent davon kommen aus Städtebaufördermitteln. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich bewusst entschieden, 2012 und 2013 alle Kräfte auf diese Investitionsmaßnahme zu konzentrieren. Und so suchten Tamara Gericke und Christian Hartphiel für das Jugendhaus sowie Michael Heber und Barbara Brämer für den Kunstverein gemeinsam mit den Planern nach Lösungsmöglichkeiten, damit alle Wünsche nach Kurs-, Ausstellungs-, Grafik- und Büroräumen für den Kunstverein sowie Tonstudio, Billard- und Medien-, Kreativ- und Projekträumen, Küche, Musikcafé und Discoraum für das Jugendhaus erfüllt werden können. Martin Bochmann schlug vor, auf einen Fahrstuhl zu verzichten und stattdessen kostengünstigere Plattform-Lifte einzubauen. Am 19. Oktober sollen die Planungen abgeschlossen sein. Inzwischen könne bereits die Entkernung beginnen. Noch in diesem Jahr wolle man Arbeiten an Dach, Fenstern und Türen sowie Trockenlegung realisieren. Ende September 2013 sei die Übergabe des sanierten Hauses an die Nutzer geplant. Tamara Gericke zeigte sich optimistisch, Jugendliche aus der „Villa“ für eine Mitarbeit beim Abreißen der Tapeten zu gewinnen. Der Kunstverein würde seine Kompetenzen bei der Erstellung eines Farbkonzeptes einbringen, stellte Michael Heber in Aussicht.

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Kunsthaus Templin, Pressespiegel