Landschaft trifft Popsurrealismus

Matthias Schilling (links) im Gespräch mit Susanne Maurer und Marc Taschowsky . FOTO: Gerald Narr

Von unserem Mitarbeiter
Gerald Narr

Die jüngste Ausstellung
in der Galerie im Neuen Rathaus Templin zeigt neue künstlerische Handschriften.

Templin.Der Templiner Kunstverein bietet mit seiner am Sonnabend eröffneten Malerei-Ausstellung neuen künstlerischen Handschriften ein Podium. Das Künstlerpaar Susanne Maurer und Marc Taschowsky zeigt seine Werke unter der Überschrift „Zwischen Landschaft und Popsurrealismus“. Beide Künstler, Jahrgang 1972, studierten an der Braunschweiger Hochschule für Bildende Künste Malerei und arbeiten mittlerweile in Berlin.
Matthias Schilling vom Templiner Kunstverein betonte in seiner Eröffnungsrede, die Besucher dieser Ausstellung mit auf einen Weg nehmen zu wollen, Neues zu entdecken. Marc Taschowsky beschrieb humorvoll die Lebens- und Arbeitsweise des Malerpaares. Distanziert in der dritten Person, sich gleichsam von Weitem beobachtend, schilderte er die Zwänge der Schöpfenden bis hin zur abendlichen Werkschau und Kritik der tagsüber entstandenen Bilder.
Beide Maler sind in ihrer Herangehensweise sehr unterschiedlich. Während Susanne Maurer mit flächigem Farbauftrag ruhige, fast idealisierte Landschaften baut, beginnt Marc Taschowsky seine Bilder vielfach mit einer klärenden Zeichnung, die zum Teil unter den Lasuren durchschimmert oder die er sichtbar stehen lässt. Er porträtiert die reale Welt mit all ihren Personen und Typen. Bekannte Comicfiguren stehen gleichberechtigt neben Persönlichkeiten der Weltgeschichte. Eine Reihung von vier kleinformatigen Ölbildern liest sich in der Titelabfolge so: „Adenauer – Snoopy – Castro – Pittiplatsch“. Wichtig ist ihm, die Störung als gestalterisches Mittel ständig parat zu haben. Einen Schnitt durch Gewohntes zu platzieren. Sich daraus ergebende Formen bezieht er mit in die Bildgestaltung ein. Das Porträt einer schönen Frau trägt einen Graffiti-Schriftzug im Gesicht, erzeugt einen Bruch, Spiegelungen oder Reflexen ähnlich, Erinnerungen provozierend.
Susanne Maurer setzt in ihren Acrylbildern größere Farbflächen gegen strukturierende Details, die eine verhaltene Räumlichkeit der Landschaften erzeugen. Sie bildet Tiefe in abstrahierenden, idealisierend wirkenden Raumformationen. Sie hat Spaß an den entstehenden Strukturen des Pinselzuges und der fließenden Farben ihrer Lasuren, lässt diese auch pur stehen, setzt kräftige Farben dagegen und lässt das Material für sich sprechen. Es entstehen sowohl ganz realistisch anmutende, typisierte Landschaften, als auch abstrakte Flächenbilder, die eine Auseinandersetzung mit Malern wie Mark Rothko und Barnet Newman vermuten lassen.
Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Neuen Rathauses Templin zu sehen.

 

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