Liebe zur Form entspringt Händen

Neben Plastiken von Gerhard Rommel, im Bild seine Bronzeplastik „Helga“, sind in der Ausstellung der Galerie im Neuen Rathaus auch Zeichnungen, Malereien sowie Plaketten des Künstlers zu sehen. FOTOS: HSk unserem Redaktionsmitglied

Templiner Zeitung vom 5.3.2012 von Horst Skoupy

Werke aus dem Schaffen des „Ausnahmekünstlers“ Gerhard Rommel sind in der aktuellen Ausstellung der Galerie im Neuen Rathaus zu sehen.

Templin.Die aktuelle Kunstausstellung des Kunstvereins Templin mit Arbeiten Gerhard Rommels in der Galerie im Neuen Rathaus dürfte zu den vielfältigsten zählen, die die Besucher in dem Haus bislang gesehen haben. Dieser Umstand ist sicher nicht nur in der langen Schaffensperiode des Künstlers begründet – Rommel ist Jahrgang 1934 und sein kreativer Berufsweg begann schon 1948 mit seiner Ausbildung zum Kerammodelleur an der Fachschule für Spielzeug und Keramik in seiner thüringischen Heimat Sonneberg. Es hat den Anschein, dass alles, was er mit seinen Händen geformt, gezeichnet und gemalt hat, zu Kunst geworden ist. Und so finden sich nicht nur Skulpturen und Plastiken in der Galerie, sondern neben Bleistiftzeichnungen, Pastellen, Aquarellen und Drucktechniken auch eine Auswahl an Plaketten. Einen kleinen Ausschnitt aus dem reichen Schaffen Gerhard Rommels, der nicht weit von Templin in Kraatz bei Gransee lebt, kann das kunstinteressierte Publikum nun selbst in Augenschein nehmen.
Seine Bekanntschaft zu machen beziehungsweise ihn als Freund begrüßen zu können, dies war dem Publikum am Sonnabend bei der Ausstellungseröffnung nicht vergönnt. Matthias Schilling vom Kunstverein Templin informierte darüber, dass Gerhard Rommel erkrankt im Krankenhaus liegt. Umso mehr war er erfreut, dessen Ehefrau Helga Rommel begrüßen zu können. Und so übernahm ein langjähriger Freund Rommels die Aufgabe, dem Publikum den Menschen und Künstler Gerhard Rommel näherzubringen. Dr. Peter Michel, Kunstwissenschaftler und Publizist, kennt ihn seit 1972. „Er hat mir einmal erzählt, dass er die Liebe zur Form seiner Mutter verdankt. In seiner thüringischen Heimat hatte er sie dabei beobachtet, wie sie mit ihren Händen Klöße formt“, berichtete er. Etwas zu formen und dabei zu schaffen, habe sich später auf seine Hände übertragen. Michel charakterisierte Rommel als einen Ausnahmekünstler. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass sich ein Bildhauer so intensiv mit Zeichnungen und der Malerei befasst. „Er ist ein Meister des Aquarells. Seine Bilder sind kraftvoll und streng gebaut. Und trotzdem so voller Herzenswärme“, erklärte er. Darüber hinaus sei er ein „begnadeter Medailleur“. Ganz besonders freute es Peter Michel jedoch, dass in der Templiner Ausstellung Rommels 1975 entstandener Zyklus zum Bauernkrieg zu sehen ist. Auch auf diesen Bildern spiegelt sich das Thema „Hände“ wieder, die kraftvoll und überproportional groß hervorstechen.
Im Namen der Besucher der Vernissage gab Matthias Schilling Helga Rommel die besten Genesungswünsche mit auf den Weg. Darüber hinaus äußerte er die Hoffnung, dem Künstler zu einem späteren Zeitpunkt die Exposition zeigen zu können.

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