Verwaltung mahnt: Gleichbehandlung der Vereine nicht außer acht lassen

Templiner Zeitung vom 7.1.2012
Von unserem Redaktionsmitglied Michaela Kumkar

Fachbereichsleiterin Ursula Heise begründet, warum 2,05 Euro pro Quadratmeter nach der Modernisierung veranschlagt werden.

Ursula Heise FOTO: Uwe Werner

Templin.„Von ,Sand im Getriebe‘ bei den Anstrengungen, das Haus der Jugend und Kunst nach der Sanierung des Gebäudes zu einer gemeinsamen Adresse für Jugendhaus ,Villa‘ und den Kunstverein Templin werden zu lassen, kann keine Rede sein.“ So reagierte Ursula Heise, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung, auf den offenen Brief des Kunstvereins. Sie erinnert an die zahlreichen und intensiven Gespräche, seitdem er erklärt hat, wieder als Mieter in das Gebäude einziehen zu wollen.

„Sowohl der Fachausschuss als auch die Stadtverordneten haben mit ihren Empfehlungen und Entscheidungen für eine solche Nutzung des Hauses dem Verein eine privilegierte Stellung im gesellschaftlichen Leben zuerkannt“, ergänzt Fachgebietsleiter Mayk Saborosch. Die Verwaltung erkenne dessen hohes Engagement ebenso an. „Im November 2011 haben die Mietverhandlungen begonnen. Als Basis wurde durch die Stadtverwaltung ein soziokultureller Mietzins vorgeschlagen, der gegenwärtig bei 2,05 Euro pro Quadratmeter liegt und damit erheblich unter den ortsüblichen Mieten. Genauso wurde mit dem Historischen Rathaus verfahren, in dessen Sanierung ebenfalls Städtebaufördermittel geflossen sind, so wie es beim Haus der Jugend und Kunst noch passieren soll“, erklärt Ursula Heise und verweist darauf, dass dem Kunstverein bereits im Mai diese Zahl bekannt gewesen sei. Nach dem Gespräch im November hätten sich dessen Vertreter eine kurze Bedenkzeit erbeten. „Dieser offene Brief ist die erste Reaktion darauf. Einige Äußerungen des Kunstvereins darin finde ich bedauerlich und auch überraschend nach den bisherigen Verhandlungen“, sagt Ursula Heise.

„Von Anfang an haben wir deutlich gemacht, dass die ,Villa‘ Priorität in dem Nutzungskonzept hat. Unser Vorschlag war, die vom Kunstverein geplante Galerie aus seinem Raumkonzept herauszulösen, um Kosten zu sparen. Wir hatten ihm angeboten, dafür Räumlichkeiten im MKC zu nutzen. Auch unter der Maßgabe, so weitere Synergien erzielen zu können. Vom Vorstand des MKC-Trägervereins gab es darauf eine positive Reaktion. Der Kunstverein konnte sich damit aber offenbar nicht anfreunden.“

Kurs von Tina Bach und Susanne Hartzsch FOTO: Rainer Langguth

Nachdrücklich betont Ursula Heise, dass es nicht darum ginge, den Kunstverein zu verprellen. „Aber er ist ein guter Verein unter vielen anderen guten ehrenamtlichen, die es in der Stadt gibt.“ Auch Mayk Saborosch plädiert für „eine gewisse Gleichbehandlung aller Vereine, die weiterhin gewährleistet sein muss“. Nicht unwidersprochen lassen möchte Ursula Heise die Forderung des Kunstvereins nach Gleichstellung mit der „Villa“: „Der Kunstverein ist eine Interessenvertretung von Gleichgesinnten, die das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Stadt bereichern. Ein Jugendhaus zu betreiben, gehört zugegebenermaßen zu den freiwilligen Aufgaben, die sich die Stadt leistet. Aber das bedeutet Daseinsvorsorge zu treffen. Die jungen Leute dürfen nicht auf der Strecke bleiben.“ Die Fachbereichsleiterin geht davon aus, dass es zu diesem Thema noch Diskussionen geben wird. „Aus Sicht der Verwaltung ist die Miete in Höhe von 2,05 Euro pro Quadratmeter aber bindend.“

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