Wachstumshilfen für Raritäten

Freizeit von Redaktion

 

Wachstumshilfe für Raritäten

 

Nach der Mahd haben Kinder und Jugendliche, die am diesjährigen Ferienlager des Kunstvereins Templin teilnehmen, das Gras zusammengeharkt und an den Rand der Wiese transportiert. FOTO: Michaela Kumkar

Von unserem Redaktionsmitglied
Michaela Kumkar

In Bewegung geraten die Kinder und Jugendlichen, die in diesem Jahr ein Ferienlagerangebot des Kunstvereins Templin in Warthe nutzen. Dazu gehört unter anderem, Naturschützer bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Warthe.Als eingespieltes Team zeigten sich Ellen Jürgensen und Pauline Harndt am Mittwochnachmittag: Die 13 beziehungsweise 14 Jahre alten Mädchen steuerten mit Heuharken in der Hand auf einer kleinen Wiese bei Warthe zielgerichtet den hinteren Bereich der Fläche an und begannen mit der Arbeit. Auch andere Teilnehmer am diesjährigen Ferienlager des Kunstvereins Templin in „Gittis Feriencamp“ wussten schon vom Arbeitseinsatz im vergangenen Jahr, worauf es jetzt ankam: Die von Mitarbeitern der Naturwacht zuvor gemähte Fläche sollte vom Grasschnitt beräumt werden. Die Neulinge in der Gruppe ließen sich von Ulrike Gerhardt, Mitarbeiterin im Naturpark Uckermärkische Seen, einweisen. Sie freut sich, dass durch die gute Zusammenarbeit mit dem Kunstverein möglich wird, Kontinuität in dieses Naturschutz- und Landschaftschaftspflegeprojekt zu bringen. „Durch diese Arbeiten gelingt es, auf der ,mageren Flachland-Mähwiese‘, die Verbuschung zurückzuhalten und den Grundwasserspiegel anzuheben.“ Denn wenn die Fachbezeichnung für diese Wiese auch wenig vielversprechend klingen mag, so ist sie doch Lebensraum für etliche selten gewordene Pflanzenarten, beispielsweise Glatthafer, Wiesen-Labkraut und Wolliges Honiggras. „Es geht darum, deren Häufigkeit zu erhöhen und andere Arten, die sich mittlerweile eingeschlichen haben, zu reduzieren“, erklärte Ulrike Gerhardt.
Der Arbeitseinsatz passt gut zum Thema des Ferienangebotes, das der Kunstverein Templin Kindern und Jugendlichen aus Templin und Umgebung, Berlin und Norwegen angeboten hat: „Diesmal dreht sich alles um ,Bewegung‘“, so Michael Heber, Vorsitzender des Kunstvereins. Der gute Ruf des Ferienlagers hat sich herumgesprochen, die Zahl der Teilnehmer wächst und wächst. 46 sind es, um die sich ein Team von insgesamt 16 Betreuern kümmert. Darunter sind viele „Ehemalige“, die inzwischen erwachsen geworden und dem Angebot verbunden geblieben sind.
Und auch unter den Kindern und Jugendlichen, für die es gemacht ist, haben sich in diesem Sommer Bekannte wieder getroffen. Die Norwegerin Ellen Jürgensen gehört dazu. Die 13-Jährige ist erneut mit dabei, „weil ich hier beim letzten Mal viele nette Freunde gefunden habe“. Ihre Eltern stammen aus Deutschland und haben nach wie vor Kontakt zu Mitgliedern des Kunstvereins.
In Bewegung gekommen sind die Kinder und jungen Leute in den vergangenen Tagen übrigens auch bei Naturbeobachtungen, die in einen Aquarellkurs mündeten, beim Instandsetzen und Gestalten von schrottreifen Fahrrädern, dem Bau eines Floßes für acht Kinder aus recyclebaren Plasteflaschen oder beispielsweise bei der Herstellung von Schwungspielzeug, berichtete Michael Heber von den Aktivitäten des Ferienlagerprogramms.
Möglich sei all dies nur durch die finanzielle Unterstützung, die der Verein für dieses Projekt vom Naturpark und den Internationalen Jugend- und Gemeinschaftsdiensten sowie durch die Kreuzberger Kinderstiftung erfahre, so Michael Heber. „Wir sind stolz auf unsere Förderer.“ Leider werde diese nachhaltige pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die dieses Ferienlager beinhalte, sonst eigentlich nicht beachtet. „So bleiben am Ende die Eltern in der Pflicht und wir erreichen nicht alle mit unserem Angebot, die wir erreichen möchten.“

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m.kumkar@uckermarkkurier.de

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Kunsthaus Templin, Pressespiegel