Wir laden Sie und Ihre Freunde ganz herzlich zur Ausstellungseröffnung am 26. September 2026 um 15 Uhr in die Galerie im Neuen Rathaus Templin ein.
Laudation: Hans-Ruprecht Leiß im Gespräch mit Matthias Schilling
Musik: Hinrich Beermann (Saxophon)
Zeitraum der Ausstellung: 26.09. – 03.11.2026

WUNDERWELTEN
Die Arbeit mit dem Farbstift, dem Aquarell, der Gouache ist für mich ein Fenster in die Welt meiner Phantasie.Was vorher gedacht und gefühlt war, findet auf wunderbare Weise seinen Weg auf das Papier, wird sichtbar und real. Die Radierung, die Arbeit mit Nadel, Säure, Druckerschwärze und dem kostbaren Bütten ergänzt die Reisemöglichkeiten um eine weitere Facette, eine Technik, die immer wieder Misserfolge beschert aber auch große Geschenke macht. So wird die Arbeit auf Papier Passion, Vergnügen und Tor zur persönlichen Freiheit zugleich.

Hans-Ruprecht Leiß wurde 1954 in Husum, der kleinen, zu der Zeit noch sehr verträumten Hafenstadt an der Westküste Schleswig-Holsteins geboren.
Der Fischereihafen, die Werft und die pittoreske Altstadt wurden für den Kleinstadtjungen zum phantastischen Ort, zum Revier und Reich unendlicher Abenteuer in einer Freiheit und Ursprünglichkeit, die heutzutage für die meisten Kinder kaum noch vorstellbar ist.
Die Kindheit und Geborgenheit in einer großen Familie, der große Garten in der Flensburger Chaussee gaben den Raum für phantastische Exkursionen, weitgehend ungestört durch hinderliche Einschränkungen seitens vielbeschäftigter Erwachsener. Den heißen Draht in die Welt außerhalb Schleswig-Holsteins bildeten das Radio und die gelegentlichen Besuche in der Familie seines Vaters in der Großstadt Hamburg, dem echten Tor zur weiten Welt. Besuche in der dortigen Kunsthalle wirkten auf den Jungen aus dem Land hinter den Deichen wie ein Spaziergang in einem großen Abenteuer- und Bilderbuch. Nach Tagen, manchmal nach Wochen auf der Rückreise mit der Dampfeisenbahn, stand der kleine Husumer, spätestens ab dem Überqueren der Eiderbrücken bei Friedrichstadt, am Abteilfenster und wartete voller Sehnsucht auf das Erscheinen der Husumer Silhouette am Horizont der Südermarsch. Diese seine Heimat unter dem Wind, die rauhe und doch manchmal überschwänglich freundliche Landschaft, die Weite des urwüchsigen, sich ständig verändernden Wattenmeeres, die Menschen und die tierischen Bewohner, die unzähligen Geschichten langer Winterabende beeinflussen und beflügeln die Phantasie und die künstlerische Arbeit des Zeichners und Malers bis zum heutigen Tag.
Dieses salzgetränkte, nach Teer, Fisch und Gartenerde duftende Biotop verließ er, noch leicht widerstrebend, nach dem Abitur an der ehrwürdigen Hermann-Tast-Schule in Husum, um in Flensburg, der alten Rum- und Handelsstadt, an der Pädagogischen Hochschule, ein Studium für das Lehramt aufzunehmen.
Nach dem Ende der Ausbildung wurde jedoch schnell klar, dass dieser Beruf nicht die eigentliche Bestimmung des Lebens und die Erfüllung der Träume sein konnte. Den Beruf des Lehrers hat der damals noch sehr junge Künstler umgehend an den Nagel gehängt, um sich als freischaffender Zeichner und Maler ganz der Kunst zu widmen. Zeichenstifte, Gouachen, Aquarellfarben, Radiernadeln und Papiere unterschiedlicher Provenienz wurden von da an willige Helfer seiner Passion. Diese beherzte und fundamentale Kursänderung wäre ohne die mutige Unterstützung seiner Frau Sonja und der Kinder an seiner Seite vielleicht nicht in dem Maße geglückt. In der Folge wurde aus dem überzeugten Nordfriesen ein ebenso passionierter Flensburger. Die Stadt an der Förde entwickelte sich schnell für den Zeichner und Maler zum unentbehrlichen Nährboden für seine phantasiegetränkten Bildwelten.
Der deutlich niedrigere Salzgehalt der Ostsee wurde im Laufe der Jahre durch eine stetig wachsende Liebe zu den Buchenwäldern Angelns und den Stränden und Steilküsten der Ostseeküste mehr als ausgeglichen. Heute lebt und arbeitet Hans-Ruprecht-Leiß mit seiner Frau Sonja als freischaffender Künstler in Rufweite des Strandes an der Flensburger Förde, quasi mit beiden Füßen in seinem Lebenselixier, dem Salzwasser.
Weitere Informationen: www.hans-ruprecht-leiss.de
Bildmotiv: Hasenmaskerade, Farbstift/Aquarell, 32,0 cm x 27,5 cm, 2025
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